Der Labrador

Allgemeines

Der Labrador wird von seinen Besitzern meist liebevoll „Labby“ genannt und gehört zu den beliebtesten Hunderassen überhaupt. Die korrekte Rassenbezeichnung ist jedoch „Labrador Retriever“. Die Rasse stammt von der kanadischen Ostküste und ist nach der dortigen Halbinsel Labrador benannt. Sie lebten im 17. Jahrhundert bei  Fischerfamilien und halfen beim Einholen der Netze. Schon Labrador Welpen spielten mit den Kindern der Fischer und begleiteten die Väter auf hinaus aufs Meer. Ihre Kinderfreundlichkeit, ihre Apportierbegeisterung und ihre Liebe zum Wasser stammt aus dieser Zeit. Da sie so viel Zeit im Meer verbrachten, passte sich ihr Körper diesen Bedingungen an. Das Fell ist wasserdicht und die Rute, die der Labrador als Ruder einsetzen kann, ist rundherum behaart und nicht befedert, wie es bei anderen Rassen der Fall ist.  Erst als Fischer sie mit nach England brachten, bekamen sie den Namen Labrador. Da er in England als Jagdhund bei Adeligen sehr beliebt wurde, förderte man durch gezielte Zucht vor allem seine Apportierfreude.

Beschreibung

Labrador Welpen

Labradorwelpe

Labradore sind entweder schwarz, gelb oder schokoladenbraun. Bei gelbem Fell kann die Tönung von einem zarten Creme-Ton bis zu einem rötlichen Braun reichen. Die Nase ist je nach Fellfarbe schwarz oder braun, die Augen sind haselnussfarben. Der Körperbau eines Labradors ist kräftig, der Brustkorb und der Schädel sind breit. Rüden haben eine Schulterhöhe von 56-57 cm, Hündinnen sind 2 cm kleiner.  Das Fell fühlt sich meist recht hart an, weder Ohren, Beine noch Schwanz sind mit dünneren, längeren Haaren befedert. Typisch für den Labrador ist seine so genannte Otterrute, die dicht behaart ist. Labradore neigen dazu, Fett anzusetzen. Ihr Idealgewicht liegt bei 26 bis 30 Kilo. Besonders bei kastrierten Hunden oder bei Tieren, die zu wenig Auslauf haben, kann diese Grenze schnell überschritten werden. Labrador-Besitzer sollten deshalb das Gewicht ihres Hundes immer im Auge behalten.
Die heutigen Labradore stammen wahrscheinlich alle von einem Hund ab, der Avon hieß und 1885 in England geboren wurde. Ursprünglich war der Labrador schwarz, und als die ersten gelben Labrador Welpen 1899 in der Zucht von Major Radclyffe zur Welt kamen, wurde diese Farbe als Fehlfärbung eingestuft. 1903 wurde die Farbe schließlich anerkannt. Der schokoladenbraune Ton wurde dagegen erst 1961 als Zuchtfarbe zugelassen.

Wesen

Labradore sind freundlich, neugierig, verspielt und lernwillig. Sie sind gerne mit Menschen zusammen und knüpfen oft intensive Freundschaften mit Kindern. Aggressivität tritt bei Labradoren nur sehr selten auf, denn sie sind ausgesprochen gutwillig und auch sehr geduldig. Labradore können stundenlang liegen und warten! Da der Labrador sehr gerne apportiert, und gleichzeitig lernwillig ist, kann man ihm problemlos zahlreiche Tricks beibringen. Diese Fähigkeit hat den Labrador in den letzten Jahren zu einen begehrten Begleithund für Behinderte und Blinde gemacht. Schon die Labrador Welpen lernen im Spiel die ersten Tricks, die später gezielt eingesetzt werden, wenn sie als Begleithund mit behinderten Kindern leben. Labradore sind auch begabte Therapiehunde, die psychisch Kranken zur Seite stehen und ihnen helfen, Selbstbewusstsein aufzubauen. Sie werden auch erfolgreich als Diabeteshunde eingesetzt, die riechen, wenn der Insulinspiegel gefährlich sinkt.

Labrador und Hundesport

Labradore langweilen sich schnell, wenn sie keine Aufgaben haben. Dann kann es schon mal vorkommen, dass sie die Wohnung „umräumen“ oder den Garten durchbuddeln. Deshalb ist es wichtig, dass man mit einem Labrador viel trainiert. Man kann ihm jederzeit eine Reihe von Tricks beibringen und mit ihm das Apportieren von Bällen und anderen Gegenständen üben. Fährtensuchen und Turnierhundesport, bei dem es nur wenige Hindernisse zum Überspringen gibt, ist ebenfalls empfehlenswert. Für Agility sind Labradore aufgrund ihres Körpergewichts und ihrer schweren Figur allerdings weniger geeignet. Spaß macht ihnen dagegen das Schwimmen! DogDiving bietet sich bei einem Labrador natürlich an und ist für Labradore der perfekte Ausgleichssport!

Krankheiten

Labradore haben eine Lebenserwartung von 10-14 Jahren.

Typische Labrador-Krankheiten:

Epilepsie kommt bei Labradoren häufiger vor, als bei anderen Hunderassen. Die Krankheit kann mit Medikamenten behandelt werden.
Entropium, eine Augenkrankheit, bei der sich der Lidrand beim Labrador Welpen nach innen stülpt. Das Auge muss dann operiert werden.
Progressive retinale Atrophie (PRA), bei der die Netzhaut degeneriert. Diese Krankheit führt zur Erblindung des Hundes. Betroffene Tiere dürfen nicht für die Zucht verwendet werden.
Grauer Star, ebenfalls eine Augenkrankheit, bei der sich die Linsen trüben. Auch der graue Star kann zur Erblindung führen.
Hüftgelenksdysplasie (HD), eine erbliche Fehlbildung der Hüftgelenke, die manchmal auch nur einseitig auftritt. Man erkennt die Krankheit daran, dass sich der Hund beim Aufstehen schwer tut und hinkt. Zur Vorbeugung sollten Labrador Welpen auf keinem Fall trainiert werden, bevor sie acht Monate alt sind.
Osteochondrosis dissicans, eine Knorpelerkrankung, die nur bei jungen Hunden auftritt und operiert werden muss.